Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs): Früherkennung beim HNO-Arzt in Wien

Das Wichtigste in Kürze: Das Larynxkarzinom ist eine Krebserkrankung des Kehlkopfes, die bei frühzeitiger Erkennung sehr gute Heilungschancen bietet. Anhaltende Heiserkeit über mehr als 3 Wochen ist das wichtigste Warnsignal und sollte unbedingt von einem HNO-Facharzt abgeklärt werden. In unserer Ordination HNO Augarten steht Ihnen ein erfahrenes Team mit modernsten diagnostischen Methoden zur Verfügung. Insbesondere Dr. Christoph Winkler, der am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder als Tumorchirurg tätig ist, ist ein ausgewiesener Spezialist für das Larynxkarzinom.

 

Was ist ein Larynxkarzinom?

Das Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ist eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes (Larynx), die in über 90% der Fälle aus dem Plattenepithel der Kehlkopfschleimhaut entsteht. Der Kehlkopf ist ein komplexes Organ, das drei wichtige Funktionen erfüllt:

Anatomie des Kehlkopfes - Larynx mit Stimmbändern und Stimmlippen erklärt von HNO Augarten Wien

 

  • Stimmbildung (Phonation)
  • Schutz der Atemwege beim Schlucken
  • Atmung

 


Je nach Lokalisation unterscheidet man drei Hauptformen von Kehlkopfkrebs:

  • Glottisches Karzinom (Stimmbandkarzinom): ca. 60-65% der Fälle, beste Prognose
  • Supraglottisches Karzinom (oberhalb der Stimmlippen): ca. 30-35% der Fälle
  • Subglottisches Karzinom (unterhalb der Stimmlippen): selten, ca. 5% der Fälle, ungünstigste Prognose

 

Frau mit Halsschmerzen und Heiserkeit - Symptome des Larynxkarzinoms erkennen


Wie häufig ist das Larynxkarzinom in Österreich?

Aktuelle Daten von Statistik Austria zeigen:

  • In Österreich erkrankten 2019 etwa 332 Personen an einem Larynxkarzinom
  • Das entspricht rund 1% aller jährlichen Krebserkrankungen
  • Die altersstandardisierte Rate beträgt 4 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen
  • 85% der Betroffenen sind Männer, Frauen erkranken deutlich seltener
  • Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr
  • Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt bei Frauen 64 Jahre, bei Männern 66 Jahre

Das Larynxkarzinom ist damit nach dem Mundhöhlen- und Oropharynxkarzinom der dritthäufigste Tumor im Kopf-Hals-Bereich.

Positive Entwicklung: Seit dem Jahr 2000 nimmt die Erkrankungsrate bei jüngeren Männern deutlich ab. Die Sterblichkeit ist bei beiden Geschlechtern rückläufig.

Risikofaktoren: Was begünstigt die Entstehung?

Die Risikofaktoren für das Larynxkarzinom sind wissenschaftlich gut belegt:

1. Rauchen – Der Hauptrisikofaktor

Tabakkonsum ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor. Wissenschaftliche Studien belegen:

Rauchen Hauptrisikofaktor für Kehlkopfkrebs - Zigarette im Aschenbecher
  • 95% der Patienten mit Larynxkarzinom sind oder waren Raucher
  • Das Risiko steigt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten und der Dauer des Rauchens
  • Nach 15 Jahren mit einer Packung pro Tag erhöht sich das Risiko um das 20- bis 30-fache
  • Es besteht eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung
Gute Nachricht: Nach einem Rauchstopp reduziert sich das Risiko bereits nach 2 Jahren deutlich (um etwa 2/3). Nach 10-15 Jahren Abstinenz nähert sich das Erkrankungsrisiko dem von Nichtrauchern an.

2. Alkoholkonsum

Alkohol ist der zweitwichtigste Risikofaktor, besonders bei supraglottischen Karzinomen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) klassifiziert Alkohol als Karzinogen der Kategorie 1.

Alkohol als Risikofaktor für Larynxkarzinom - verschiedene alkoholische Getränke

3. Kombinierter Konsum von Tabak und Alkohol

Kombinierter Konsum von Alkohol und Tabak erhöht Risiko für Kehlkopfkrebs um das 30-fache
Die Kombination beider Faktoren wirkt synergistisch:
  • Bis zu 30-fach erhöhtes Risiko bei kombiniertem Konsum
  • Etwa 90% aller Larynxkarzinome sind auf diese beiden Risikofaktoren zurückzuführen

4. Weitere Faktoren:

  • Berufliche Expostion mit Asbest, schwefelsäurehaltigen Aerosolen und Ionisierenden Strahlen
  • Schleimhautveränderungen (Karzinomvorstufen): Leukoplakien, Erythroplakie, Papillome, Dysplasien - Diese sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Symptome: Wann sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen?

Die Symptome des Larynxkarzinoms hängen stark von der Lokalisation des Tumors ab:

Glottische Karzinome (Stimmbandbereich) – Frühsymptome:

  • Anhaltende Heiserkeit über mehr als 2-3 Wochen (wichtigstes Frühsymptom!)
  • Raue, belegte Stimme
  • Stimmermüdung
  • Räusperzwang

Supraglottische und subglottische Karzinome – oft Spätsymptome:

  • Fremdkörpergefühl im Hals (Globusgefühl)
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Atembeschwerden oder hörbares Atemgeräusch (Stridor)
  • Chronischer Husten

WICHTIG: Wann müssen Sie zum HNO-Arzt?

Laut S3-Leitlinie gilt: Bei Heiserkeit über mehr als 4 Wochen MUSS der Kehlkopf endoskopisch untersucht werden! Die meisten Experten (und auch wir) empfehlen eine Kehlkopfuntersuchung bereits bei einer Heiserkeit, die 2-3 Wochen anhält.

Auch bei anhaltenden oder zunehmenden Schluckstörungen über mehrere Wochen sollte eine endoskopische Kehlkopfuntersuchung erfolgen.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie zeitnah einen Termin in unserer Ordination vereinbaren:

  • Heiserkeit länger als 2-3 Wochen
  • Anhaltende Schluckbeschwerden
  • Fremdkörpergefühl im Hals über mehrere Wochen
  • Atembeschwerden
  • Tastbare Schwellung am Hals

Je früher ein Larynxkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen!


Diagnose: Wie wird ein Larynxkarzinom festgestellt?

1. Anamnese und klinische Untersuchung

  • Ausführliche Befragung zu Beschwerden, Risikofaktoren (Rauchen, Alkohol) und beruflicher Exposition
  • Abtasten des Halses auf vergrößerte Lymphknoten

2. Endoskopische Untersuchung (Laryngoskopie)

Dies ist die zentrale Untersuchungsmethode:

  • Larynxendoskopie mit einem Endoskop durch den Mund oder die Nase
  • Direkte Laryngoskopie (Mikrolaryngoskopie - im Krankenhaus) in Narkose zur genauen Beurteilung und Gewebeentnahme
In unserer Ordination verfügen wir über verschiedene Endoskope (starre und flexible Optiken, auch sehr dünne Endoskope (Kinderendoskope), die eine schmerzlose und komplette Untersuchung des HNO-Bereiches ermöglichen.

3. Gewebeprobe (Biopsie) - im Spital

Nach Entnahme von Gewebeprobem (in der Regel im Spital und in Vollnarkose) ist eine Sicherung der Diagnose durch eine histologische Untersuchung durch den Pathologen möglich.

4. Bildgebende Verfahren

Übliche bildgebende Verfahren sind die Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel und/oder die Magnetresonanztomographie (MRT). 



Behandlung: Welche Therapieoptionen gibt es?

Die Behandlung des Larynxkarzinoms erfolgt interdisziplinär und wird individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Laut S3-Leitlinie soll die Behandlung nach Abstimmung in einem Tumorboard unter Beteiligung von HNO-Ärzten, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen und Radiologen erfolgen.

Bei frühen Stadien sind die Heilungschancen hervorragend mit einem krankheitsspezifischen 5-Jahres-Überleben von 82-100%.

Therapieoptionen

Bei frühen Stadien wird meist eine Transorale Lasermikrochirurgie (TOLS) oder primäre Strahlentherapie durchgeführt.

Bei fortgeschrittenen Stadien sind komplexe, multimodale Therapiekonzepte erforderlich (Kombination von Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie).


Prognose: Wie sind die Heilungschancen?

Die Prognose hängt wesentlich ab von:

  • Lokalisation: Glottische Karzinome haben die beste, subglottische die schlechteste Prognose
  • Stadium bei Diagnose (TNM-Klassifikation)
  • Lymphknotenbefall
  • Differenzierungsgrad des Tumors

5-Jahres-Überlebensraten

Frühe Stadien (T1-T2, N0):

  • Glottische Karzinome: 90-100%
  • Supraglottische Karzinome: 82-92%

Fortgeschrittene Stadien (Stadium III-IV):

  • Unter 40% (daher so wichtig: Früherkennung!)
Besonders wichtig: Stimmbandkarzinome (Glottis-Karzinome) werden durch frühe Heiserkeit oft im Frühstadium entdeckt und haben daher eine ausgezeichnete Prognose!

Prävention: Was können Sie selbst tun?

Rauchstopp zur Vorbeugung von Kehlkopfkrebs - ausgedrückte Zigarette symbolisiert Nikotinverzicht
Alkoholverzicht schützt vor Larynxkarzinom - Schild Alkoholfrei zur Krebsprävention

1. Nikotinstopp – Die wichtigste Maßnahme!

  • Das Erkrankungsrisiko sinkt bereits 2 Jahre nach Rauchstopp deutlich
  • Nach 10-15 Jahren Abstinenz normalisiert sich das Risiko fast
  • Es ist nie zu spät aufzuhören!
  • Raucherentwöhnungsprogramme und Nikotinersatztherapien können helfen

 

2. Alkoholkonsum reduzieren

  • Vermeiden Sie regelmäßigen hohen Alkoholkonsum
  • Besonders wichtig: Verzicht auf die Kombination Rauchen + Alkohol

 


Gesunde mediterrane Ernährung zur Vorbeugung von Kehlkopfkrebs - frisches Obst und Gemüse

3. Gesunde Ernährung

  • Mediterrane Diät kann das Erkrankungsrisiko mehr als halbieren
  • Reich an Obst, Gemüse, Olivenöl, Fisch
  • Wenig rotes Fleisch und Gebratenes

 



HNO-Untersuchung bei Heiserkeit - Patient in HNO Praxis Wien

4. Früherkennung nutzen

  • Bei Risikofaktoren (Rauchen, Alkohol): regelmäßige HNO-Kontrollen
  • Bei Heiserkeit von 2-3 Wochen: Sofort zum HNO-Arzt!


Warum HNO Augarten? Ihre kompetente Anlaufstelle in Wien

✓ Modernste Diagnostik

  • Rasche, schmerzlose und zuverlässige endoskopische Krebsvorsorgeuntersuchung
  • Verschiedene Endoskope (starre und flexible Optiken, sehr dünne Endoskope)
  • Komplette HNO-Untersuchung nach neuestem medizinischen Standard
  • Möglichkeit zur Videoendoskopie

✓ Erfahrenes Spezialistenteam

Wir sind Fachärzte mit langjähriger Expertise in der HNO-Heilkunde und in der Krebserkennung

 

Unser HNO-Facharzt Dr. Christoph Winkler ist sowohl bei HNO Augarten als auch gleichzeitig im Krankenhaus Barmherzige Brüder Wien als Oberarzt für Kopf-Hals-Chirurgie und Tumorchirurgie tätig. Als Spezialist für Kehlkopf, Stimme und Krebsvorsorge steht er jeweils am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag am Vormittag in unserer HNO Facharztordination unseren Patienten zur Verfügung. Damit haben Patienten mit auffälligen Befunden bei der Krebsvorsorgeuntersuchung sofort einen kompetenten Ansprechpartner.

✓ Schnelle Terminvergabe

✓ Kassenordination – ALLE KASSEN

✓ Zentrale Lage in Wien - sehr gut erreichbar mit U2 (Taborstraße) oder U1 (Praterstern)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist jede Heiserkeit ein Krebs?

Nein! Heiserkeit hat meist harmlose Ursachen (Erkältung, Stimmüberbelastung). Aber: Heiserkeit über 2-3 Wochen sollte IMMER abgeklärt werden.

Kann man ein Larynxkarzinom heilen?

Ja! Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen sehr gut (90-100%). Deshalb ist Früherkennung so wichtig!

Hat man bei einer Kehlkopfkrebs-Vorsorgeuntersuchung Schmerzen?

Nein! Die Untersuchung mit dünnen Endoskopen ist kaum unangenehm.

Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, bleibt mein Risiko für einen Kehlkopfkrebs weiter bestehen?

Nein! Das Risiko reduziert sich bereits nach 2 Jahren Rauchstopp um etwa 70%, nach 10-15 Jahren nähert sich das Erkrankungsrisiko dem von Nichtrauchern an.

Wie oft sollte ich als Raucher zur Krebsvorsorge gehen?

Eine Kehlkopfuntersuchung sollte bei Rauchern 1x/Jahr durchgeführt werden.


Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen

  1. Achten Sie auf Warnsignale: Heiserkeit >2-3 Wochen, anhaltende Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals
  2. Handeln Sie schnell: Je früher die Diagnose, desto besser die Heilungschancen!
  3. Risikofaktoren vermeiden:
    • Nikotinstopp ist die wichtigste Maßnahme!
    • Alkoholkonsum reduzieren
    • Gesunde Ernährung
  4. Lassen Sie sich professionell untersuchen:
    • Moderne Diagnostik ist schmerzfrei
    • Bei uns dauert eine Kehlkopfuntersuchung nur wenige Minuten
    • Früherkennung rettet Leben!

Wissenschaftliche Quellen und Leitlinien

Dieser Patienteninformation liegen folgende wissenschaftliche Quellen zugrunde:

  1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms, Kurzversion 1.0 – Januar 2019, AWMF-Registernummer: 017-076OL
  2. Statistik Austria: Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Kehlkopf
  3. Statistik Austria: Pressemitteilung: Krebserkrankungen 2019, Stand 19.01.2022
  4. Ramroth H, Dietz A, Becher H: Rauchen und Alkohol sind Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs: Ergebnisse einer deutschen Fall-Kontroll-Studie im europäischen Vergleich. Dtsch Arztebl 2004; 101(44)
  5. Robert Koch-Institut (RKI): Krebs in Deutschland 2017/2018, 13. Ausgabe, Berlin 2021
  6. International Agency for Research on Cancer (IARC): Klassifikation von Karzinogenen

Erstellt: November 2025
Basierend auf: S3-Leitlinie Larynxkarzinom (Version 1.0, Januar 2019) und aktuellen Daten von Statistik Austria

Diese Information ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Ordination.