Das Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ist eine bösartige Erkrankung des Kehlkopfes (Larynx), die in über 90% der Fälle aus dem Plattenepithel der Kehlkopfschleimhaut entsteht. Der Kehlkopf ist ein komplexes Organ, das drei wichtige Funktionen erfüllt:
Je nach Lokalisation unterscheidet man drei Hauptformen von Kehlkopfkrebs:
Aktuelle Daten von Statistik Austria zeigen:
Das Larynxkarzinom ist damit nach dem Mundhöhlen- und Oropharynxkarzinom der dritthäufigste Tumor im Kopf-Hals-Bereich.
Die Risikofaktoren für das Larynxkarzinom sind wissenschaftlich gut belegt:
Tabakkonsum ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor. Wissenschaftliche Studien belegen:
Alkohol ist der zweitwichtigste Risikofaktor, besonders bei supraglottischen Karzinomen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) klassifiziert Alkohol als Karzinogen der Kategorie 1.
Die Symptome des Larynxkarzinoms hängen stark von der Lokalisation des Tumors ab:
Laut S3-Leitlinie gilt: Bei Heiserkeit über mehr als 4 Wochen MUSS der Kehlkopf endoskopisch untersucht werden! Die meisten Experten (und auch wir) empfehlen eine Kehlkopfuntersuchung bereits bei einer Heiserkeit, die 2-3 Wochen anhält.
Auch bei anhaltenden oder zunehmenden Schluckstörungen über mehrere Wochen sollte eine endoskopische Kehlkopfuntersuchung erfolgen.
Bei folgenden Symptomen sollten Sie zeitnah einen Termin in unserer Ordination vereinbaren:
Je früher ein Larynxkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen!
Dies ist die zentrale Untersuchungsmethode:
Nach Entnahme von Gewebeprobem (in der Regel im Spital und in Vollnarkose) ist eine Sicherung der Diagnose durch eine histologische Untersuchung durch den Pathologen möglich.
Übliche bildgebende Verfahren sind die Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel und/oder die Magnetresonanztomographie (MRT).
Die Behandlung des Larynxkarzinoms erfolgt interdisziplinär und wird individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Laut S3-Leitlinie soll die Behandlung nach Abstimmung in einem Tumorboard unter Beteiligung von HNO-Ärzten, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen und Radiologen erfolgen.
Therapieoptionen:
Bei frühen Stadien wird meist eine Transorale Lasermikrochirurgie (TOLS) oder primäre Strahlentherapie durchgeführt.
Bei fortgeschrittenen Stadien sind komplexe, multimodale Therapiekonzepte erforderlich (Kombination von Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie).
Die Prognose hängt wesentlich ab von:
Frühe Stadien (T1-T2, N0):
Fortgeschrittene Stadien (Stadium III-IV):
Wir sind Fachärzte mit langjähriger Expertise in der HNO-Heilkunde und in der Krebserkennung
Unser HNO-Facharzt Dr. Christoph Winkler ist sowohl bei HNO Augarten als auch gleichzeitig im Krankenhaus Barmherzige Brüder Wien als Oberarzt für Kopf-Hals-Chirurgie und Tumorchirurgie tätig. Als Spezialist für Kehlkopf, Stimme und Krebsvorsorge steht er jeweils am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag am Vormittag in unserer HNO Facharztordination unseren Patienten zur Verfügung. Damit haben Patienten mit auffälligen Befunden bei der Krebsvorsorgeuntersuchung sofort einen kompetenten Ansprechpartner.
Nein! Heiserkeit hat meist harmlose Ursachen (Erkältung, Stimmüberbelastung). Aber: Heiserkeit über 2-3 Wochen sollte IMMER abgeklärt werden.
Ja! Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen sehr gut (90-100%). Deshalb ist Früherkennung so wichtig!
Nein! Die Untersuchung mit dünnen Endoskopen ist kaum unangenehm.
Nein! Das Risiko reduziert sich bereits nach 2 Jahren Rauchstopp um etwa 70%, nach 10-15 Jahren nähert sich das Erkrankungsrisiko dem von Nichtrauchern an.
Eine Kehlkopfuntersuchung sollte bei Rauchern 1x/Jahr durchgeführt werden.
Dieser Patienteninformation liegen folgende wissenschaftliche Quellen zugrunde:
Erstellt: November 2025
Basierend auf: S3-Leitlinie Larynxkarzinom (Version 1.0, Januar 2019) und aktuellen Daten von Statistik Austria
Diese Information ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Ordination.
