Heiserkeit – Ursachen, Formen und Behandlung
Heiserkeit (Dysphonie) bedeutet, dass die Stimme rau, belegt oder schwach klingt. Manche Betroffene können zeitweise kaum sprechen. Einen völligen Verlust der Stimme nennt man Aphonie (Stimmlosigkeit).
Das Symptom entsteht meist durch eine Reizung oder Entzündung der Stimmbänder oder Kehlkopfschleimhaut.
Heiserkeit kann akut, protrahiert oder chronisch auftreten.
Wichtig:
Hält Heiserkeit länger als drei Wochen an, sollte unbedingt eine HNO-Untersuchung erfolgen – einerseits um zu verhindern, dass eine Kehlkopfentzündung nicht richtig abheilt und langwierige Beschwerden bestehen bleiben, andererseits auch, um ernste Ursachen wie Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) auszuschließen.
Akute Heiserkeit – häufig durch Infekte oder Stimmüberlastung
Von akuter Heiserkeit spricht man, wenn das Symptom Heiserkeit weniger als drei Wochen anhält.
Häufige Ursachen sind:
- Erkältung oder Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta)
- Stimmüberlastung (z.B. durch lautes Sprechen, Schreien, Singen, Sprechen oder Schreien im Lärm)
- Rauchen
- Reflux (aufsteigende Magensäure)
Behandlungstipps:
1. Am wichtigsten ist Stimmschonung - das bedeutet:
- nicht flüstern
- nicht schreien
- nicht im Lärm sprechen
- nicht Räuspern; Hustenreiz möglichst unterdrücken
2. Viel Wasser oder Tee trinken
3. Luft befeuchten, Rauch und Alkohol meiden
In den meisten Fällen heilt akute Heiserkeit bei ausreichender Stimmschonung oder kompletter Stimmruhe nach wenigen Tagen vollständig ab.
Eine Kontrolle der Stimmbänder und des Kehlkopfes durch den HNO-Facharzt ist nicht immer sofort nötig, in vielen Fällen aber bereits bei akuter Heiserkeit trotzdem sinnvoll.
Bei der Untersuchung des Kehlkopfes und der Stimmbänder kann festgestellt werden, um welche Art der Entzündung oder Erkrankung es sich handelt. In vielen Fällen kann durch eine gezielte Behandlung (z.B. durch eine kurzzeitige Behandlung mit Cortison) rasch Abhilfe geschaffen werden. Dadurch können langwierige Verläufe meist vermieden werden.
Protrahierte Heiserkeit – Dauer länger als 3 Wochen
Wenn die Heiserkeit zwischen drei Wochen und drei Monaten anhält, spricht man von einer protrahierten Heiserkeit.
In dieser Phase sollte eine HNO-ärztliche Untersuchung unbedingt erfolgen, um ernsthafte Ursachen rechtzeitig zu erkennen.
Mögliche Gründe für eine längere Heiserkeit:
- nicht ausgeheilte akute Laryngitis / Kehlkopfentzündung
- Stimmbandknötchen oder Polypen durch Stimmüberlastung
- Stimmbandödem, z.B. bei Rauchern
- Refluxbedingte Kehlkopfreizung
- Nebenwirkungen von Inhalationsmedikamenten (z.B. gegen Asthma bronchiale oder akute Bronchitis)
- Beginnender Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)
Abklärung einer protrahierten Heiserkeit von mehr als 3 Wochen:
Eine Laryngoskopie bzw. Larynxendoskopie durch den HNO-Facharzt ermöglicht, Entzündungen, Knötchen oder Frühstadien von Kehlkopfkrebs frühzeitig zu erkennen. Auch eine nicht ausgeheilte akute Laryngitis sollte fachärztlich beurteilt und behandelt werden.
Logopädische Übungen können entweder direkt vom HNO-Arzt empfohlen werden, oder es wird eine Überweisung an eine Logopädie-Praxis ausgestellt. Manchmal ist eine Überweisung an eine phoniatrische Abteilung sinnvoll, die auf Erkrankungen der Stimme und des Kehlkopfes spezialisiert ist.
Chronische Heiserkeit sollte immer beim HNO-Facharzt abgeklärt werden
Dauert Heiserkeit länger als drei Monate, spricht man von einer chronischen Heiserkeit.
Diese Form von Heiserkeit ist nicht normal und muss unbedingt ärztlich abgeklärt werden – vor allem bei Rauchern!
Mögliche Ursachen:
- Chronische Kehlkopfentzündung (Laryngitis chronica), häufig bei Rauchern
- Stimmbandveränderungen (Knötchen, Polypen, Zysten)
- Refluxerkrankung (aufsteigende Magensäure, GERD)
- Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)
Bei anhaltender Heiserkeit länger als drei Wochen sollte unbedingt eine zeitnahe Abklärung durch einen HNO-Facharzt durchgeführt werden – hier kann der Kehlkopf mit moderner Endoskopie sicher beurteilt werden. Diese Untersuchung ist einfach, schnell, schmerzfrei und sicher.
Diagnostik bei anhaltender Heiserkeit in unserer Facharzt Ordination HNO Augarten in Wien
In unserer HNO-Praxis erfolgt die Untersuchung mit einer flexiblen oder starren Endoskopie. Dabei kann der HNO-Arzt/die HNO-Ärztin die Stimmbänder, Schleimhaut und Bewegung der Stimmlippen genau beurteilen.
Die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist schmerzlos, wenig belastend, und erlaubt eine sofortige Beurteilung der Situation.
Bei Bedarf werden Videoaufnahmen angefertigt und im Akt des Patienten gespeichert so dass die Bilder bei der nächsten Untersuchung zum Vergleich zur Verfügung stehen.
Ziel ist es, frühzeitig Veränderungen zu erkennen – bevor sich eine chronische Entzündung oder ein Tumor (Larynxkarzinom) entwickelt.
In vielen Fällen ist chronischer Nikotinkonsum (hauptsächlich das Rauchen von Zigaretten) für Heiserkeit verantwortlich. Chronische Raucher entwickeln oft ein Ödem der Stimmbänder (sogenanntes "Reinke-Ödem"), das zu Heiserkeit und einer tieferen Stimmlage führt.
Ein Reinke-Ödem kann operativ beseitigt werden, allerdings ist es davor nötig, dass das Rauchen von Zigaretten beendigt wird.
Behandlungsmöglichkeiten bei chronischer Heiserkeit
Die Therapie richtet sich nach der Ursache:
- Stimmruhe und Stimmschonung
- Befeuchtung der Atemwege (Inhalationen, Raumbefeuchtung, Trinken)
- Medikamente bei Entzündungen und Reflux
- Stimmtherapie bei Überlastung oder Fehlgebrauch, ggf. Überweisung zum Logopäden/zur Logopädin
- Überweisung zur operativen Entfernung von Polypen oder Knötchen
- Krebsbehandlung bei Larynxkarzinom: individuell geplante Therapie
Bei Heiserkeit von länger als 3 Wochen empfehlen wir eine HNO-Ärztliche Untersuchung. Termine können kurzfristig in unserer HNO-Facharztordination HNO-Augarten vereinbart werden. Wir untersuchen Ihre Stimme und Ihren Kehlkopf mit modernster Endoskopie-Technik und, falls erforderlich, mit Video-Endoskopie – schonend, sicher und präzise.
